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Gelesen: Mord im Herbst, von Henning Mankell

Über den Autor Henning Mankell hat man in den letzten Jahren viel gehört; für Liebhaber des Genres ist er wohl eine fixe Quelle hochqualitativer Kriminalliteratur aus den Nordländern. Ich zähle mich nicht zu diesen Liebhabern, weder in schriftlicher noch filmischer Darstellung.

Umso entzückender ist es, wenn man so ein Buch geschenkt bekommt. Das ist ja einige der wenigen Möglichkeiten in unseren Zeiten des Konsumismus, Konsumgüter sinnvoll zu schenken: (1) Etwas, dass sich der/die Beschenkte nicht leisten kann oder will aber trotzdem haben will, oder (2) etwas zu schenken, wovon der/die Beschenkte nicht einmal im Traum daran denkt, es sich selbst zu kaufen. Nur so nebenbei.

Trotzdem, oder gerade deswegen (so beginnen viele langweilige Sätze), entsteht daraus dann ein völlig unbeschwertes Erlebnis. So auch für mich in diesem Fall. Die Kriminalgeschichte ist wirklich originell ohne absurd zu sein. Der Protagonist ist ein Polizeidetektiv mit ausgezeichneter Spürnase, aber ohne übermenschliche Kräfte. Im Gegenteil, führen gerade seine menschlichen Schwächen, zu der auch  Hartnäckigkeit und Sturheit gehören, ihn zum Erfolg.

So stolpert Kommissar Wallander erst einmal nur per Zufall über das mutmaßliche Verbrechen. Er ist auch gar nicht glücklich darüber, da der mutmaßliche Tatort eigentlich Ort seines mutmaßlichen Alterssitzes sein sollte. Der Unmut über diese Störung des Privaten durch das Berufliche, ein Motiv in vielen Kriminalheldengeschichten, zieht sich dann auch durch das ganze Buch. Aber es gibt dem Kommissar doch auch Motivation, und diese gibt er weiter -- an seine Kollegin und Tochter Linda, oder an den kauzigen Kollegen von der Spurensicherung.

Der Roman ist sehr knapp gehalten, und das kann man wohl als Essenz einer Kriminalgeschichte sehen. Ohne dass ich ein anderes Buch von ihm gelesen habe, kann Ich dennoch nachvollziehen, dass Henning Mankell mit seinem Kommissar Kurt Wallander eine treue Leserschaft sein eigen nennt.

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