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Sprachliche Verfloskelung in Zeiten der Shit-Storms

Es gibt einen neuen Aufreger im Netz, tatsächlich ein trauriger Fall von intellektueller Selbstentblößung. Ein junger Mann postet auf facebook unter das Bild eines jungen Mädchens einer Flüchtlingsfamilie sinngemäß, ... siehe Bericht im Kurier.

Der Arbeitgeber des Lehrlings kündigt daraufhin den Lehrlingsvertrag. Der Zeitung gegenüber gibt er folgende Stellungnahme ab:

"Der Lehrvertrag wurde mit sofortiger Wirkung vorzeitig beendet", bestätigt Richard Mieling, Sprecher der Porsche Holding auf Anfrage des KURIER. "Wir lehnen jegliche Art der Diskriminierung strikt ab. Dieser Vorfall hat uns daher zum Handeln gezwungen."

Abgesehen davon, dass einem bei einem Gedankengang das zu solch einem posting führen mag Angst und Bange wird. Abgesehen davon, dass die Reaktion des Arbeitgebers verständlich aber auch problematisch ist, weil es wahrscheinlich keinen besseren Menschen aus dem jungen Mann macht. Abgesehen davon, dass solche traurigmachenden Äußerungen immer schon gemacht wurden und jetzt durch ungebremste Internetverbreitung vielleicht, oder auch nicht, noch mehr Schaden anrichten.

Abgesehen davon die Beobachtung eines Details dazu: Die Formulierung, wie das Unternehmens den Vorgang sieht. Der Wunsch, dass auf einen anderen Menschen mit einem Flammenwerfer losgegangen wird, wird als "Diskriminierung" bezeichnet? Weil Diskriminierung eh schon das ultimative Böse ist? Oder eine defensive Formulierung, weil öffentliche Äußerungen ein einziges Minenfeld geworden sind?

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