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Verursacherprinzip?

Über drei Attribute musste ein Rhetoriker nach Ansicht von Aristoteles verfügen, wollte er im antiken Athen das Volk auf seine Seite bringen: persönliche Integrität (Ethos), hieb- und stichfeste Argumentationskraft (Logos) sowie einen emphatischen Draht zum Publikum (Pathos). Im Athen anno 2015 scheint Letzteres auszureichen [..]

So beginnt der Artikel in der heutigen Presse am Sonntag (“Zu viel Pathos, zu wenig Logos”). Beim "Pathos" hat Autor Michael Laczynski sicherlich recht, über Logos könnte man (und sollte man) streiten, aber beim Ethos dreht sich das Rad europäischer Politiker und Medien im Dreck. Es macht den Anschein als hätte bereits jetzt ein jeder Vergessen, dass dieses griechische Finanzdesaster nicht die jetzige Regierung angerichtet hat, sondern ihre unzähligen Vorgänger, unterstützt von einem honorigen Finanzhaus — nah an der Grenze zum Betrug an der europäischen Bevölkerung durch Bilanzfälschung.
Was Tsipras und Varoufakis angeht, bei aller Umstrittenheit, da wäre wenig bekannt, was ihre persönliche Integrität in Frage stellt.

Manche der Verursacher sitzen jetzt in Brüssel, als Politiker oder Berater und geben staatstragende Interviews. Da wäre es an der Presse zu fragen, was aus denjenegen geworden ist, die Ethos gegen persönliche Bereicherung – sei es an Macht oder Geld – eingetauscht haben. Aber das mag schwierig sein, beim Schreiben aus dem Brüsseler Büro.

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